Ärger über die massiven Lobby-Einflüsse auf Klimakonferenzen

Bei der COP 30 in Brasilien im vergangenen Jahr (2025) waren zum Schluss einige Mitglieds-Staaten sehr frustriert. Denn dort haben die Lobbyisten der Staaten, die noch immer von Gas- und Ölexporten leben, ihre Macht demonstriert. Sie haben verhindert, dass in der Abschlusserklärung fossile Energien überhaupt erwähnt wurden. Und das, obwohl die Internationale UN-Energie-Agentur gerade vorher erneut bestätigt hatte, dass Kohle, Öl und Gas die Haupttreiber des menschengemachten Klimawandels sind. Schon gar nicht wurde ein Satz aufgenommen, der einen Ausstieg aus fossilen Energien als Voraussetzung für effektiven Klimaschutz benennt.

Nach dieser Blockade haben Kolumbien und die Niederlande beschlossen, selbst eine eigene Konferenz einzuberufen und zwar nach Santa Marta in Kolumbien. Das ist als – negatives – Symbol gedacht oder aber als Symbol für Aufbruch: denn Santa Marta war bzw. ist der Hafen, aus dem die Kohle verschifft wird.

Bekenntnis zum Aufbruch vom 24.-29. April 2026

Die beiden initiierenden Staaten wollen ungestört über all die notwendigen und möglichen Schritte für den Ausstieg aus fossilen Energien und die notwendigen bzw. jeweils möglichen Schritte zur Energiewende reden können. Sie wollen konkrete Bekenntnisse für den Ausstieg von den Ländern, die teilnehmen wollen. Und sie wollen Zeit für die Diskussion des Know hows. Wer kein Interesse an einem schnellen und effektiven Ausstieg hat, soll gar nicht erst kommen. Es geht um Wissens-Transfer und den Anstoß hin zu „nachhaltigen Gesellschaften und Volkswirtschaften“ . Dieser Ansatz für eine internationale Klimapolitik ist neu. Statt immer wieder Konferenzen abzuhalten und zu verhandeln,  „liegt der Fokus auf der Umsetzung bestehender Verpflichtungen. Dahinter steht die wachsende Erkenntnis, dass es nicht an politischen Vereinbarungen mangelt, sondern an deren konsequenter Umsetzung".

Wer nun teilnimmt an der Transitioning Away Conference

Es haben sich mittlerweile über 50 Staaten angemeldet, auch Staaten aus der EU wie Deutschland, Frankreich und sogar Norwegen. Aber auch zivilgesellschaftliche Organisationen, indigene Völker, Arbeitnehmer, Wissenschaftler und auch Menschen aus dem Privatsektor. Insgesamt Mitglieder von 2600 Organisationen nehmen teil. Denn nicht nur der anhaltende russische Krieg gegen die Ukraine, sondern auch noch der Krieg der USA und von Israel gegen den Iran haben ins Gedächtnis gerufen, wie nachteilig die Abhängigkeit von fossilen Energien für die Gesellschaften ist. Aber besonders wie schädlich sich die steigenden Emissionen auf das Klima bereits jetzt auf Staaten und vor allem auch auf Meere auswirken.

Nicht teil an der Konferenz nehmen in erster Linie die großen Petro-Staaten.  Das sind diejenigen, die das Wetter und das gesamte Klima schon jetzt verderben. Es sind die, die vorhaben, auch weiterhin die fossilen Energieträger abzubauen und davon zu profitieren. Das sind die USA, China und Russland, sowie Indien und die Golfstaaten. Die Kolumbianische Außenministerin wurde deutlich: Für Boykottierer oder Klimaleugner sei kein Platz am Verhandlungstisch.

Warum diese Konferenz notwendig ist

Kolumbien z.B. exportiert bisher vor allem Kohle, aber auch Öl und Gas. Damit finanziert sich der Staat und deshalb wird er von Rating Agenturen gut bewertet. Die aber bewerten Anstrengungen zum Klimaschutz nicht positiv. Denn der Umstieg bedeutet zunächst Unsicherheit an den Finanzmärkten und ggfs. auch Finanzierungsschwierigkeiten bei den Investitionen, evtl. auch staatliche Einnahmeausfälle. All das führt zu sinkenden Bewertungen der Agenturen.

Mit anderen Worten, die Konferenz bringt im besten Fall auch einen Zusammenschluss von Gruppen, Organisationen und Agenturen, die Staaten helfen können, mit den finanziellen Problemen, die durch den Umstieg zu den Erneuerbaren entstehen können, umzugehen.