EU stellt Anfang März 2026 einen Rechtsakt zur beschleunigten Dekarbonisierung der Industrie vor

Mit dem Industrial Accelerator Act möchte die EU spezifisch die Industrieproduktion in Europa stärken. Der Anteil der verarbeitenden Industrie in Europa soll erhöht werden. Das kann z.B. durch Vorgaben für öffentliche Aufträge und auch durch Förderungen geschehen. Dabei denkt die Kommission auch daran, dass Produkte in Europa CO²-ärmer hergestellt werden als in anderen Produktionsländern, wenn sie hier spezielle Förderung erhalten. Außerdem denkt sie darüber nach, besondere Industrie-Zonen auszuweisen, für die oder in denen sie schnellere Genehmigungen erteilen könnte. Damit hofft sie, auch mehr ausländische Direktinvestitionen in die EU zu locken. Das verarbeitende Gewerbe hatte 2024 einen Anteil von knapp 15 % am BIP der EU. Die Kommission hofft, diesen so auf 20% im Jahr 2035 steigern zu können.  Diese Maßnahmen sollen dazu dienen, die Widerstandsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Sicherheit Europas robuster zu gestalten.

Dies sind die angekündigten "Made in Europe"- Anforderungen

Im Dezember 2025 hatte die Kommission das Automobilpaket vorgelegt, das sog. Aus vom Verbrenneraus. Der IAA soll nun die Aufweichung der von Teilen der Autoindustrie als zu hart und zu total empfundenen Dekarbonisierungs-Anforderungen abfedern. Dazu gehören

  • die Überarbeitung von CO²-Normen für Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge
  • die Ökologisierung von Unternehmensflotten
  • eine Strategie zur Förderung der Batterieherstellung in der EU – mit einem Budget von 1.8 Mrd. Euro
  • ein Omnibuspaket für die Automobilindustrie in der EU,
  • sowie  die Überarbeitung von Vorschriften für Kennzeichen zur besseren Information der Verbraucher

Damit senkt die Kommission die Reduzierung des CO²-Verbrauchs der Neuwagenflotte ab 2035 statt 100% auf 90% ab. Die „eingesparten“ 10% sollen über in der EU produzierten CO²-armen Stahl oder E- bzw. Biokraftstoffe kompensiert werden.