Es geht um das  führende Kommunikations- und Event-Unternehmen 

Der Erdrutsch-Sieg von Péter Magyar setzt Ungarn weiterhin in Aufruhr. Nicht nur, dass er 141 von 199 Sitzen errungen hat, sondern auch die Stimmung im Land dreht sich in Nachwahl-Untersuchungen weiter in Richtung  seiner Tisza-Partei. Es gibt zahlreiche Gerüchte über fluchtartiges Verlassen Ungarns von Personen und besonders  auch von Geld, das ins Ausland geschafft wird. Nun kommt ein weiteres Ereignis dazu. In einem Interview gab ein führender Oligarch, Gyula Balásy, angeblich mit Tränen in den Augen die Übergabe seines Imperiums an den Staat bekannt.

Balásy hat in Orbans Regierungszeit nicht nur die Wahlkampf-Kampagnen für den nach 16 Jahren nunmehr gescheiterten Regierungschef Orbán gefahren. Sondern er hat auch die riesigen blauen Hetzplakate gegen die EU, gegen Selenskyj und andere erstellt und plakatiert. Er war die sicht- und hörbare Verkörperung der regierenden rechtspopulistischen Fidesz-Partei, die nun nur noch 52 Sitze errungen hat.

Der Oligarch kündigte in dem Interview an,  dass er eine notarielle Urkunde unterzeichnet habe, mit der er das vollständige Eigentum an seinem Firmenimperium übertragen habe. Es hat einen Wert von rund 80 Milliarden Forint (220 Millionen Euro). Auch seine Private-Equity-Investitionen will er dem Staat übergeben haben.

Wo das Interview mit Balásy erschienen ist

Es ist schon etwas eigenartig. Denn es handelt sich offenbar um ein YouTube-Interview. Und der Kanal gehört keinem Geringeren als dem Bruder des neuen Regierungschefs, P. Magyar.

Insofern stellt sich die Frage, was hinter diesem Interview steht. Irgendwelche Absprachen? Druck? Will er damit Ermittlungen wegen Untreue gegen sich abwenden?  Immerhin hat der neu gewählte Regierungschef Magyar sofort nach seiner Wahl angekündigt, als eine der ersten Maßnahmen eine Anti-Korruptionsbehörde gründen zu wollen und evtl. auch ein Amt, das dafür zuständig ist, Vermögen zurückholen zu sollen. Auch hat er im Wahlkampf versprochen, eine Vermögenssteuer einzuführen.

Die Internet-Recherche ergibt am 6. Mai 2026 folgendes Suchergebnis: Wegen des Verdachts auf Veruntreuung und Geldwäsche seien Gelder beschlagnahmt und Konten von Balásy eingefroren worden, teilten die Ermittler am Dienstagabend mit.

Ungarn vor der Wahl und nach der Wahl

Unter Orban sind der Großteil der Zahlungen der EU in die Hände seiner Unterstützer gelenkt worden und das nicht nur in große landwirtschaftliche Betriebe. Die Bevölkerung und das Land blieben arm. Infrastruktur-Maßnahmen blieben Fehlanzeige. Ungarn ist nach Rumänien das ärmste Land der EU. Und das haben die Ungarn schließlich realisiert. So erklärt sich der mit weit mehr als der Zweidrittel-Mehrheit errungene Wahlsieg der Opposition.

Am 9. Mai, am Europatag wird die Amtszeit der neuen Regierung beginnen. Magyar will voll mit Europa kooperieren. Mit den offensichtlich schon beginnenden Reformen hofft er, bald an die von der EU für Ungarn gesperrten Milliarden Unterstützung zu kommen. Denn er will das Land aufbauen und nach vorne bringen.

Orbán hingegen hat angekündigt, seinen Parlamentssitz nicht wahrnehmen zu wollen, sondern angeblich sich ganz auf die Führung seiner Partei konzentrieren zu wollen.