Frankreich grenzt im Osten an Deutschland und Luxemburg, im Südosten an die Schweiz und an Italien, im Süden an Spanien und im Nordwesten an Belgien. Ansonsten ist es ein Land, das im Norden an die Nordsee, im Westen an den Atlantik und im Süden ans Mittelmeer reicht. Korsika, die Insel im Mittelmeer, gehört zu Frankreich ebenso wie eine Reihe von Überseegebieten wie Französisch Guyana, mehrere Inseln in der Karibik wie Guadeloupe und Martinique, im indischen Ozean wie Mayotte und im Pazifik wie Neu-Kaledonien.

2019 hatte Frankreich 67 Millionen Einwohner und eine Bevölkerungsdichte im Schnitt von 103 Personen pro Quadratkilometer. Ballungsgebiete sind die Hauptstadt Paris und Umgebung und die Mittelmeerküste um Marseille.

Frankreich ist eine präsidial-parlamentarische Demokratie und ein zentralistischer Staat. Es gliedert sich in 18 Regionen und 101 Départements, davon 96 in Europa. Frankreich gehört zu den Gründungsmitgliedern der EU und des Euro-Raumes.

Lascaux animal painting, Prof saxx, Public Domain.jpg

Prof Saxx, Public Domain, geschätzte 17.000 Jahre alt

1. Geschichte

Menschen haben das Gebiet des heutigen Frankreich seit ca. 48 000 Jahren besiedelt. Aus der Altsteinzeit sind die beindruckenden Felsenmalereien aus den Höhlen von Lascaux (s. rechts) erhalten geblieben. Ab etwa 600 vor Christi Geburt gründeten griechische Händler Stützpunkte an der Mittelmeerküste. In dem Gebiet lebten Kelten. Die Römer nannten sie Gallier. Zwischen 58 und 51 eroberte der römische Imperator Caesar im Gallischen Krieg das Land. Daraus ließ er  drei römische Provinzen machen: Gallia Belgica, Gallia Cisalpina und Gallia Narbonensis.

Römische „Überbleibsel“

Den Widerstand gegen die Römer verkörpern noch heute die Comic Helden Asterix und Obelix: „Die spinnen die Römer!“ Trotzdem prägte die römische Herrschaft das Leben in dieser Region. Herausragende Beispiele sind das römische Amphitheater in Orange und die römische Wasserleitung Pont du Gard. Sie ist 50 km lang  und geht bis nach Nimes, das damals schon ca. 20 000 Einwohner hatte. Die heute noch bestehende Wasserleitung überquert den Fluss Gard in einer Höhe von 49 Metern in 3 Etagen von Rundbögen. Sie transportierte ca. 20 000 Kubikmeter Wasser pro Tag. Dies bedeutet: im Durchschnitt hatte jeder Einwohner der Stadt 1 Kubikmeter Wasser zur Verfügung – ein unvorstellbarer Luxus zur damaligen Zeit. (Foto dazu s. hier )

Frühe Übernahme des Christentums

Ab dem 5. Jahrhundert nach Christus kam es zur Einwanderung germanischer Stämme und in deren Gefolge zur Gründung des Reiches der Merowinger. 496 wurde das Christentum „übernommen“. 732 in der Schlacht von Tours und Poitiers konnte Carl Matell mit seinen Mannen die islamische Expansion von der iberischen Halbinsel abwehren. Es folgten die Karolinger: Karl der Große ließ sich 800 zum Kaiser krönen. Sein Reich umfasste die Kernlande der heutigen EU, nämlich die Flächen von Frankreich und Deutschland, von BeNeLux und Oberitalien. 843 im Vertrag von Verdun teilten die Erben das Karolinger Reich unter sich auf. Der westliche Teil entspricht dem Gebiet des heutigen Frankreich, allerdings ohne Lothringen. Dieser Westteil ging an Karl den Kahlen, Lothar erhielt den Mittelteil von der Nordsee bis nach Oberitalien und Ludwig der Deutsche den Ostteil.

Hundertjähriger Krieg

Zur Zeit von Königs Ludwig VII. (1131-1180) begannen langandauernde Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und England. Denn 1154 hatte der König von England große Teile Frankreichs durch Heirat erworben. Der hundertjährige Krieg  dauerte sogar noch länger von 1330-1453. Er endete mit der Befreiung von englischer Vorherrschaft, auch durch die „Nationalheldin“ Jeanne d´Arc. (Bild dazu, s. hier) Zusätzlich zu den Kriegsfolgen raffte die Pest von 1348 ein Drittel der französischen Bevölkerung dahin.

Durch das Wirken des französischen Reformators Johann Calvin dehnte sich der Protestantismus auch nach Frankreich aus. Das erzkatholische Land unterdrückte aber die dort Hugenotten genannten Protestanten und massakrierte sie in der Bartholomäus Nacht 1572. Viele der Überlebenden wanderten zu Hunderttausendens aus, auch nach Preußen. Das Edikt von Nantes 1598 gewährte deshalb Religionsfreiheit. Aber knapp 90 Jahre später 1685 hoben die Machthaber sie wieder auf.

Absolutismus und Revolution

1635 griff Frankreich in den 30-jährigen Krieg ein und führte Krieg gegen Spanien. 1643 inthronisierte man den vierjährigen Bourbonen König Ludwig IV. Er regierte als „Sonnenkönig“ bis 1715. In seiner Zeit wurde das prunkvolle Schloss Versailles erbaut. Der Absolutismus erreichte unter ihm -„L’état cest moi“ (Ich bin der Staat)- seinen Höhepunkt. Französische Kultur und Sprache waren in den „gehobenen“ Kreisen in Europa  zu dieser Zeit erstrebenswert. Doch diverse Kriege sowie Missernten und eine sehr teure Hofhaltung ließen die Diskrepanzen zwischen den Herrschenden und dem gemeinen Volk immer stärker in Erscheinung treten. 1789 führten sie zur Französischen Revolution. Diese brachte die Proklamation von Menschen- und Bürgerrechten hervor. Die geflügelten Ausrufe „liberté, egalité, fraternité“ machten sie universell. Die erste Republik wurde in Frankreich dann 1793 verkündet.

Terrorregime und Napoleon

Aber das Terrorregime von Robespierre mit den Massenhinrichtungen durch die Guillotine sorgte für chaotische Zustände. Diese ebneten den Weg  zur Machtergreifung durch Napoleon, der sich 1804 als N. Bonaparte zum Kaiser krönte. Er übte ein diktatorisches Regime mit plebiszitären Elementen aus. Napoleon hat allerdings grundlegende Reformen der öffentlichen Verwaltung durchgeführt, die bis heute prägend für Frankreich und darüber hinaus u.a. auch für Deutschland sind. Er hat die Säkularisation angeordnet. Damit hat er die Bauern von der Pflicht zur Entrichtung eines Zehnten ihrer Ernte an die Kirche befreit. Er hat den Code Civil erlassen, ein fortschrittliches Zivilgesetzbuch.

Waterloo und Restauration

Napoleon hat aber auch Feldzüge nach Ägypten und nach Russland durchgeführt. Letzterer scheiterte kläglich, weil der russische General Kutusow Moskau anzündete, bevor Napoleons Armee eintraf. Die Armee Napoleons bediente sich jeweils plündernd aus den Gebieten durch die sie zog. Unabhängig davon bleibt die Frage, was wollte Napoleon in Moskau? (Was wollte Hitler mit seinen Armeen 1943 in Moskau?) Napoleons Feldzüge durch Europa förderten auf der anderen Seite die Befreiungskriege. 1815 schlugen die Verbündeten Napoleons Truppen endgültig bei Waterloo in Belgien. Man verbannte Napoleon endgültig. Im Pantheon in Paris wird Napoleon aber auch heute noch verehrt!

Nach Napoleon folgte in Frankreich und bald auch in Europa eine Periode der Restauration. Wieder bestieg ein Bourbone den Thron. Er versuchte, das französische Kolonialreich wieder aufzubauen. 1848 kam es erneut zu einer bürgerlichen Revolution und der Begründung der 2. Republik. Zum Präsidenten wurde Louis Napoleon Bonaparte gewählt. Er ließ sich jedoch 1852 als Napoleon III. zum Kaiser krönen. In dieser Zeit sorgte er für die Eingliederung von Äquatorial-Afrika und Indonesien in das Kolonialreich.

Dritte Republik und Kolonialreich

1870/71 kam es zum deutsch-französischen Krieg. Deutschland siegte und gliederte sich Elsass-Lothringen ein. Außerdem ließ König Wilhelm I. sich in Versallies zum deutschen Kaiser krönen. Das war eine grobe Verletzung des französischen Nationalstolzes und eine dummdreiste, überhebliche Arroganz.

Die dritte Republik in Frankreich dauerte von 1871 bis 1940. In diese Zeit fällt die weitere Ausdehnung des französischen Kolonialreiches sowie die beschleunigte Industrialisierung. 1878, 1889 und 1900 richtete Frankreich drei Weltausstellungen aus. Der Eiffel-Turm ist dafür das Wahrzeichen. Frankreich und das Vereinigte Königreich von England befanden sich in dieser Zeit in einem Wettlauf um die imperialistische Unterwerfung Afrikas. England strebte mit dem Kap-Kairo-Plan eine Nord-Süd-Teilung an, während Frankreich einen Ost-West-Gürtel Dakar-Dschibuti bevorzugte. Beide einigten sich  letztlich ohne kriegerische Auseinandersetzungen.

Von 1894-1905 erschütterte  die antisemitisch begründete und immer wieder befeuerte Dreyfus-Affaire Frankreich.

1905 kam es zur Trennung von Staat und Kirche, die es so in Deutschland bis heute nicht gibt.

Zwei Weltkriege

1914 überfiel das kaiserliche Deutschland seinen Nachbarn Frankreich nach dem Durchmarsch durch das neutrale Belgien.  „Schlafwandlerisch“, so der britische Historiker Chr. Clark schlidderten die Großmächte in einen Krieg, der mit viel tödlicheren Waffen geführt wurde als den bisher benutzten. Der 1. Weltkrieg fand vorwiegend auf französischem Boden statt als verlustreicher Stellungskrieg. Frankreich hatte 1,5 Millionen gefallene französische Soldaten zu beklagen – die Friedhöfe von Verdun sind übersät mit weißen Kreuzen. Hinzu kamen 166 000 Opfer durch die spanische Grippe 1918/19. Nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages erhielt Frankreich die Gebiete Elsass und Lothringen zurück. Deutschland sollte üppige Reparationen zahlen. Da Deutschland die nicht einhalten konnten, besetzte Frankreich zeitweilig das Ruhrgebiet.

1939 brach das faschistische Deutschland den 2. Weltkrieg vom Zaun und marschierte auch in Frankreich ein. Das besiegte Land wurde in 2 Zonen aufgeteilt, eine „zone occupée“ und eine sog. „zone libre“, in der das von Deutschland abhängige Vichy-Regime herrschte. Am 10. Juni 1944 verübte die Waffen-SS in dem Ort Oradour sur Glane ein Massaker. Das gesamte Dorf wurde niedergebrannt und 642 Einwohner, darunter 207 Kinder und 254 Frauen wurden ermordet .

Exkurs zu den Juden in Frankreich

1940 lebten 300 000 Juden in Frankreich. Die Hälfte davon waren ausländische Juden, oft vor den Nazis geflohene.  In den von Deutschen errichteten  Vernichtungslagern ermordete man 76 000 aus Frankreich Deportierte (in Yad Vashem heißt es 90.000). Dr. Werner Best, der dafür zuständig war, bemühte sich,  möglichst vor allem die aus Deutschland und Österreich nach Frankreich geflohenen  Juden deportieren zu lassen, a) weil sie staatenlos waren und b) weil es dagegen weniger Widerstand gab). Viele Geflohene hatten versucht, sich in den Süden zu retten – vergeblich. Die Kollaboration des Vichy-Regimes auch bei der Judenverfolgung wurde ihnen zum Verhängnis. Diese ist in Frankreich nur zögerlich aufgearbeitet worden, kam aber durch das Engagement von Beate Klarsfeld und ihren Mann in Gang.

Der starke Mann Frankreichs

De Gaulle organisierte von London aus  Widerstand. Nachdem amerikanische und englische Truppen in der Normandie gelandet waren, konnten diese im August 1944 Paris befreien. General de Gaulle bildete im Oktober 1944 eine provisorische Regierung. Diese führte u. a. das allgemeine Frauenwahlrecht ein (Wikipedia).

Die jahrhundertelangen oft auch kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Deutschland und Frankreich bezeichnete man früher als „Erbfeindschaft“.  Aber nach dem 2. Weltkrieg kam es zur Aussöhnung – besiegelt durch den deutsch-französischen Vertrag von 1963, erneuert 2019. Dies ist sehr positiv zu würdigen und hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einer stabilen Basis der EU entwickelt.

Unter Staatspräsident Charles de Gaulle gründete Frankreich die „force de frappe“ und wurde zur Atom-Streitmacht. Frankreich ist ständiges Mitglied im Weltsicherheitsrat und hat neben den USA, China, Russland und Großbritannien ein Veto-Recht. Nach dem Brexit ist Frankreich die einzige Nuklearmacht in der EU.

2. Grunddaten

a) Landwirtschaft

55% der Staatsfläche Frankreichs werden landwirtschaftlich genutzt. Das sind 23% der gesamten landwirtschaftlichen Flächen der EU. Hier erzeugen französische Bauern 20% der landwirtschaftlichen Produkte der EU. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist stark zurückgegangen. Waren es früher Betriebe mit Mischkulturen, so sind es heute vorrangig spezialisierte Betriebe, die je nach klimatischen Gegebenheiten Wein und Champagner, Milch- und Käseprodukte oder Getreide produzieren.

Der Anteil der Wirtschaftssektoren am BIP ist in den letzten Jahren praktisch unverändert: Landwirtschaft 1,6%, Industrie 17,1% und Dienstleistungssektor 70,2%. Trotz dieser relativ geringen Bedeutung der Landwirtschaft haben die französischen Bauern durch ihre aggressive Protest“kultur“ großen retardierenden politischen Einfluss besonders auf die Gemeinsame Agrarpolitik der EU. Die EU wird so den sich wandelnden Erfordernissen der Umweltpolitik auch in dem neuen mehrjährigen Finanzplan keineswegs gerecht.

b) Industrie

Die Montanindustrie, der Fahrzeug- und Maschinenbau und die Rüstungsproduktion prägen die Industrie. Durch die Einbindung in den Gemeinsamen Markt der EU hat Frankreich in den letzten Jahrzehnten eine wirtschaftliche Modernisierung durchgemacht. Zweidrittel des Außenhandels von Frankreich werden innerhalb der EU abgewickelt.

Frankreichs Wirtschaft ist geprägt durch relativ viele Staatsbetriebe. Dazu gehören der Bahnkonzern SNCF, die Pariser Verkehrsbetriebe RATP, die Fluggesellschaft Air France und der Energiekonzern EDF.

Die Wachstumsraten des BIP in Frankreich waren in den letzten Jahren moderat positiv. Der Einbruch 2020 durch die Corona Krise, die Frankreich besonders hart getroffen hat, wird aber wahrscheinlich über minus 10% liegen.

Soziale Situation

Die französische Gewerkschaftsbewegung ist in acht – zum Teil rivalisierende – Dachverbände unterschiedlicher Größe zersplittert. Zusammen haben sie knapp 2 Millionen Mitglieder. Das entspricht 8% der abhängig Beschäftigten. 1970 waren es noch 20%. Der Organisationsgrad in der Privatwirtschaft beträgt nur noch 5%. In den staatlichen Unternehmen bzw. den vor Jahren privatisierten sind es noch 15%. Deshalb werden Streiks besonders oft bei den Staatskonzernen angezettelt. Den französischen Gewerkschaften geht es in der Regel um Gegenmachtbildung, nicht um Mitbestimmung wie in Deutschland.

2019 lag die Arbeitslosenquote bei den 15-64jährigen bei 8,4%, bei den 15-24jährigen aber bei Besorgnis erregenden 19,1%. Hier spielt die Konzentration muslimischer Einwanderer ohne berufliche Qualifikation besonders aus Nord-Afrika in den Vororten der großen Städte, den Banlieus eine besonders negative Rolle. Offenbar gelingt es dem Schulsystem nicht, diese ausreichend zu qualifizieren.

 

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Cattenom, Stefan Kuhn, CC BY-Sa 3.0

Die Stromversorgung Frankreichs

Die erfolgt 2019 zu 71% aus Kernenergie, wobei drei Kernkraftwerke – zwei davon störanfällig – an den westlichen Grenzen liegen. Das sind Cattenom in Lothringen an der luxemburgisch/deutschen Grenze, Fessenheim im Elsass an der deutschen und Chooz an der belgischen Grenze. 11% der Stromerzeugung erfolgt über Wasserkraft. Die sonstigen erneuerbaren Energieträger sind noch relativ unterentwickelt.

Die Staatsverschuldung lag 2019 bei 99% des BIP und wird in Folge der Maßnahmen zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona Pandemie weiter ansteigen.

Trotz der vielen innenpolitischen Auseinandersetzungen lag der HDI in Frankreich 2018 bei 0,891.

 

3. Entwicklungsperspektiven

Präsident Emanuel Macron hat versucht, das zersplitterte Rentensystem in Frankreich, das diverse Privilegien für einzelne Berufsgruppen enthält, zu reformieren und zu vereinheitlichen. Er ist dabei an den langandauernden Protesten der „Gelbwesten“ und der Gewerkschaften gescheitert. Die Franzosen sind im Vergleich z.B. zu Deutschland sehr streikfreudig und obrigkeitskritisch. Verabschieden konnte er allerdings trotz massiver Proteste und Ausschreitungen die Arbeitsmarktreform mit der Lockerung des Kündigungsschutzes. Sie soll helfen, Neueinstellungen zu fördern.

Bei der Präsidentenwahl 2017 hat Emmanuel Macron mit Hilfe der neuen Partei „La République en Marche“ gesiegt. Er marginalisierte die bis dahin dominierenden politischen Parteien der Konservativen und der Sozialdemokraten. Nur der rechtsradikale „Front Nationale“ unter Marine le Pen konnte sich mit starken 33,9 % im 2. Wahlgang behaupten. Durch seine notwendige und ambitionierte Reformagenda hat Präsident Macron stark an Beliebtheit eingebüßt.

Für ein souveränes Europa

Macron ist ein überzeugter Europäer. Er hat immer wieder versucht, zusammen mit Deutschland  zum Motor der fortschreitenden europäischen Integration zu werden, so wie es unter de Gaulle und Adenauer, Giscard d’Estaing und Helmut Schmidt, sowie Helmut Kohl und Mitterand der Fall war. Staatspräsident Macron hat früh gefordert,  die EU müsse souverän werden und sich aus der Abhängigkeit von den USA unter Trump lösen. Kanzlerin Merkel hat darauf sträflich zurückhaltend reagiert. Erst als jetzt 2020 die wirtschaftlichen Folgen der Corona Pandemie sichtbar wurden, hat sie gemeinsam mit Staatspräsident Emmanuel Macron den Vorschlag gemacht, einen Wiederaufbaufonds mit nicht rückzahlbaren Zuschüssen in Höhe von 500 Milliarden Euro aufzulegen. Dieser soll finanziert werden  – und das ist neu –  über erstmals von der EU aufgenommene Schulden.

Deutschland und Frankreich müssen auch in Zukunft eng zusammenarbeiten. Nur wenn Frankreich und Deutschland kooperieren, kommt die europäische Integration voran.  Die enge Kooperation ist nicht mehr  nur eingedenk der leidvollen gemeinsamen Geschichte wichtig, sondern auch wegen der  Stellung Europas in der Welt und der ständig wachsenden Bedrohungen von außen:  Also: „Restons ensemble“!

Leben und Kultur

Sunset_over_Paris_5,_France_August_2013, Tommie Hansen, CC BY 2.0.jpg

Sonnenuntergang über Paris, Tommie Hansen, CC BY 2.0

Kulinarisch wird Frankreich mit Baguette und Rotwein, mit Austern und Weinbergschnecken in Verbindung gebracht als Inbegriff des „savoir vivre“.

Kulturell stechen die gotischen Kirchen von Reims, Amiens und Paris hervor. Die Schlösser der Loire, sowie Versailles künden von vergangenem königlichem Prunk. Der Louvre mit seinen Kunstschätzen ist weltberühmt. Die französischen Impressionisten Manet, Monet und Renoir, aber auch Picasso, der aus Spanien stammt, aber in der Provence lebte, sind hervorzuheben. Außerdem diverse Chanson-Sänger*innen, wie „der Spatz von Paris“, Edith Piaf oder Monsieur Tausend Volt, Gilbert Bécaud und große Filme- und Stummfilme-Macher wie Jean Luc Godard u.a.

Die „Tour de France“ begeistert alljährlich viele Radfahrer.