Bericht zum europäischen Klima vom April 2026

Im Vergleich zu allen anderen Kontinenten erwärmt sich Europa seit 1980 doppelt so schnell. Das hat Auswirkungen auf alle gemessenen Parameter:

Die Hitzewellen treten stärker auf und häufiger.

Das beängstigende: Nicht nur die bewohnten Landflächen sind betroffen, sondern auch der Polarkreis.

Das kühlende Eisschild schmolz in großem Ausmaß und die schneebedeckten Flächen haben sich massiv zurückgezogen.

70% der europäischen Flüsse führen weniger Waser.

In Südeuropa gab es Waldbrände von bisher nie bekannten Ausmaßen. Sie zerstörten weite Flächen.

Die Meeresoberflächen um Europa erwärmten sich in unbekanntem Ausmaß. Das hatte in verschiedenen Gebieten zur Folge, dass:

Starkregenereignisse  massiv zunahmen und dass Tausende von Menschen  von Fluten und Stürmen betroffen waren, z.T. mit Todesfolge.

Keine neue Erkenntnis, nur eine erneute Bestätigung

Schon 2023/24 haben wir in Europaedia über die verheerenden Flutereignisse und die Erreichung der 1,5 Grad Grenze, die eigentlich nicht überschritten werden sollte, bereits in dem Jahr berichtet.

Inzwischen sind sich wohl alle Klimaforschungsinstitute nicht nur über die Überschreitung der maximal erlaubten 1,5 Grad-Grenze  einig. Sondern sie werden auch zunehmend skeptischer, wie eine Begrenzung in Zukunft erreichbar sein könnte. Sie sei „kurzfristig unmöglich“, so die Berichterstatter des ECMWF, das den „Europäischen Klimazustandsbericht“ heute , am 29.4.2026 vorstellte.

Denn genau heute mit Vorlage dieses neuen Berichtes hat sich das EU-Parlament für eine Abschwächung des stärksten Elements, das die EU bisher hat, um den CO²-Ausstoß zu begrenzen, ausgesprochen. Und das ist der Emissionshandel. Dieser soll ab 2028 ausgeweitet werden auf Gebäude und Verkehr. Aber die Mehrheit hat heute beschlossen, dass niemand einen „Preisschock“ erleben soll. Der Handel soll einen „Preisdämpfer“ erhalten. Der Berichterstatter der Grünen aus dem EU-Parlament, Michael Bloss kommentiert dazu empört: ausgerechnet an dem Tag, an dem das Ausmaß der europäischen Klimakatastrophe öffentlich bekannt wird, wird die Klimapolitik „geschliffen“. (Tagesschau, 20 Uhr)