Vereinfachung des Wirtschaftens über Grenzen hinweg

Bekanntermaßen dauert die Gründung einer Firma und auch eines Start Ups in Deutschland besonders lange, durchschnittlich bis zu acht Wochen. Aber jedes EU-Mitgliedsland hat dafür bislang eigene Regeln. Das widerspricht dem Ansinnen der EU, das Wirtschaften über Grenzen hinweg zu vereinfachen und die Regeln dafür zu vereinheitlichen. Außerdem verursacht es unnötige Kosten, wenn ein (neues) Unternehmen sich überall nach unterschiedlichen Regeln registrieren lassen muss. Die Kommission möchte nun EU-weit Rechtssicherheit für solche Prozesse schaffen. Die Gründung einer „EU Inc.“ soll in Zukunft digital möglich sein und das innerhalb von 48 Stunden europaweit.

Außerdem sollen sich Investoren leichter beteiligen können, aber auch Firmenmitarbeiter. „Letzten Endes brauchen wir ein System, in dem Unternehmen nahtlos in ganz Europa Geschäfte machen und Finanzmittel beschaffen können – genauso einfach wie auf einheitlichen Märkten wie etwa den USA oder China,“ sagte Frau v. d. Leyen, als sie das neue System auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ankündigte.

Die Frage, die bisher offenbleibt, ist, wie die EU es schafft, für Firmengründungen mehr Wagniskapital „ins Spiel“ zu bringen. Neue Ideen, also eine Gründerszene gibt es genügend in den europäischen Ländern. Aber sobald es an die Scalierung geht, also an die massenweise Produktion, haben – gerade junge – Firmengründer*innen in Europa das Problem, nicht genügend finanzielle Ressourcen zu finden, um wirtschaftlich existieren zu können. Das ist bisher in den USA offenbar noch immer sehr viel leichter.