Einigung mit den Philippinen ist erfolgt
Einen weiteren Markt mit über 100 Millionen Einwohnern hat die EU sich nun durch Verhandlungen erschlossen. Nachdem die Gespräche 2015 begonnen hatten, lagen sie lange Zeit auf Eis. Aber vor drei Jahren nahmen sie Fahrt auf und bringen jetzt auf beiden Seiten für über 97% der gehandelten Waren eine „Liberalisierung der Zolltarifpositionen“, laut Aussage des Handelskommissars. Wobei einige Positionen noch ausverhandelt werden müssen.
Europäische Unternehmen exportieren vor allem Maschinen, Transportmittel, Arzneimittel und medizinische Geräte. Auch für Schweinefleisch und andere Agrarprodukte aus der EU soll es Zollerleichterungen geben und Schutzstandards für europäische Agrarprodukte. Die Philippinen könne für Europa zur Diversifizierung ihrer Lieferketten beitragen – z.B. im Bereich von Halbleitern. Nachgeforscht, was diese Aussage des Handelskommissars bedeutet, findet sich folgende Quelle: Sie zeigt den Zusammenhang zwischen dem Critical RAW Material Act (CRMA) der EU und den Halbleitern auf. Denn diese benötigen Nickel, Cobalt und Kupfer, die im CRMA als notwendig gelistet sind. Und das für Kommunikationstechnologien, für Batterien, für die Chip Produktion und für Stromleitungen.
Nun wird verständlich, warum die EU „plötzlich“ Wert auf dieses Abkommen legt. Es bedeutet einen guten Schritt weg von der Abhängigkeit von China.
Und der philippinische Markt öffnet außerdem seinen Markt für öffentliche Ausschreibungen, sodass sich für europäische Bieter Investitionsmöglichkeiten bieten. Hier ist der durch die Philippinen geplante Ausbau erneuerbarer Energien für die Europäer von Interesse.
Die EU war nach eigenen Aussagen schon 2025 der viertgrößte Handelspartner der Philippinen war -mit 8,3 % des Warenhandels-. Insofern kann die EU davon ausgehen, dass sich der Austausch stark nach oben entwickeln wird. Der DIHK fordert die EU dazu auf, nach Abschluss dieses bilateralen Handelsabkommens dieses mit ganz ASEAN auszubauen. „Ziel muss eine deutliche Verbesserung der Handelsbeziehungen mit der gesamten Region sein“, forderte Treier.