Strengere EU-Visa-Regeln seit Nov. 2025
Schon seit dem russischen Krieg gegen die Ukraine diskutiert die EU über Einreiseregeln für Russen. Im Januar 2025 beschloss die EU Beschränkungen für russische Diplomaten und deren Familien. Die Begründung lautete: Zur Abwehr von Spionage und Desinformation. Im November 2025 beendete die EU die Praxis, Visen auszustellen, die die Einreise in den Schengen-Raum gleich mehrfach ermöglichte. Dabei gab es bestimmte Ausnahmen für einen begrenzten Kreis. Die Kommission nannte zunehmende Sicherheitsrisiken aufgrund des Krieges. Nach EU-Daten wurden 2024 durch Konsulate in Russland noch rund 542.000 Visa für Kurzzeitaufenthalte in EU-Ländern oder in anderen Schengen-Staaten erteilt. Das waren zwar deutlich weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019, aber rund ein Fünftel mehr als noch 2023.
Vor allem östliche Staaten sind seit längerem für noch schärfere Kontrollen gewesen. Denn bisher sind sie am ehesten Geschädigte von sog. „hybriden Attacken“ gewesen.
Nachbarschaftliche Bremser gegen stärkere Visumskontrollen
Aber besonders Spanien, Frankreich und Italien sprachen sich bisher gegen weitere Einschränkungen russischer Besucher aus. Sie profitierten bisher offenbar spürbar von reichen russischen Touristen, die an südlichen Stränden Ferien verbrachten. Zwar verlangt Deutschland schon seit längerem einen biometrischen Reisepass zur Beantragung eines Visums. Aber, was störts. Im Schengenraum kann man ja über ein anderes Land kommend nach Deutschland einreisen – z.B. über Italien.
Nun gab es Ende August 2026 jedoch den Vorfall von Leipzig, als Drohnen mit einem Sprengsatz bestückt entdeckt wurden neben einer Antonov-Maschine, die Rüstungsgüter für die Ukraine geladen hatte.
Offenbar kommt jetzt erneut Bewegung in die Debatte um Einreise-Verbote. Einig scheinen die EU-Außenminister nun zu sein, bei Verboten für russische Kämpfer, also Soldaten, die gegen die Ukraine gekämpft haben. Inzwischen ist aber auch bekannt geworden, dass zumindest einer der bisher enttarnten zwei Agenten, der am Vorfall von Leipzig beteiligt ist, über Italien nach Deutschland eingereist ist.
Vielleicht wird nun nicht nur der Anschlag(sversuch), sondern auch letztere Erkenntnis für ein Vorwärtskommen der langjährig geführten Debatte sorgen. Sie dreht sich um weitreichende Beschränkungen oder weitflächige Einreise-Verbote russischer Bürger in die EU. Denn Berlin hält die Zahl der weiterhin an russische Staatsbürger ausgestellten Kurzaufenthaltsvisa für zu hoch. Es gehe darum, sicherzustellen, dass nur Personen einreisen, von denen nicht auch noch eine Gefahr ausgeht.
Aber vielleicht sind es sogar Teile der deutschen Regierung, die es beim Status quo belassen wollen?
So ist davon zu hören bzw. auf Recherche zu lesen, dass es hochqualifizierte Fachkräfte aus Russland im Kraftwerks und IT-Sektor gibt, die in Lingen arbeiten.
Konkret nachgefragt, antwortet Google KI: Technologietransfer und Maschinenaufbau: „ …. vor allem Ingenieure und Techniker – sind vor Ort, um die für die Produktion notwendigen Maschinen und Technologien aufzubauen [3]. Da in Lingen künftig Brennelemente des russischen Typs WWER in Lizenz gefertigt werden sollen, wird das spezifische Know-how dieser Experten benötigt [3, 4]“
Es folgen Bedenken. Zum Hintergrund des Projekts heißt es: “ Viele osteuropäische Länder (wie Tschechien, die Slowakei oder Bulgarien) betreiben Atomkraftwerke russischer Bauart und wollen sich von direkten Lieferungen aus Russland unabhängig machen. Framatome möchte diese Marktlücke schließen und die Brennelemente stattdessen in Lingen (Niedersachsen) produzieren [3].“
Da fällt uns doch ein, was wir gerade gelesen haben: „Die Slowakei verzögert die Verlängerung der individuellen EU-Sanktionen gegen Russland, da sie erneut versucht, die Milliardäre Alisher Usmanov und Mikhail Fridman von der Sanktionsliste zu streichen, wie Radio Free Europe berichtet.“
Der schärfste öffentliche Kritiker sog. russischer Experten ist mit klarer Benennung der Ungeheuerlichkeit des Vorgangs in Lingen der CDU-Bundestagsabgeordnete und Außenpolitiker Roderich Kiesewetter. Er bemängelt, „scharf, dass russische Techniker mit französischen Visa in Lingen arbeiten, um Brennstäbe nach russischer Bauart zu fertigen“.
Dass der nukleare Sektor von den EU-Sanktionen ausgenommen ist, bezeichnet er als „inakzeptabel“(instagram). Und nach der Erteilung der Genehmigung dieses umstrittenen Projektes im Juli 2026 beanstandet er die Kooperation mit dem russischen Staatskonzern Rosatom und die erteilte Genehmigung als „sicherheitsgefährdend“ (bei Politico). Denn für ihn „ist die Einflussnahme Teil von russischem „Staatsterrorismus“ und hybrider Kriegsführung gegen den Westen, bei der Abhängigkeiten im Energiesektor gezielt ausgenutzt werden“ (Dtldfunk).
Konkrete Bedrohungsszenarien
Wir zitieren einige Infos aus einer aktuellen Quelle:
In den vergangenen Wochen kam es zu Explosionen und Bränden bei Betrieben in mehreren EU-Ländern.
Bereits im April veröffentlichte das Verteidigungsministerium in Moskau eine Liste von westlichen Firmen mit Ukraine-Bezug – eine klare Drohung.
Und die Tagesschau vom 3.9.26 berichtet: Bundesweit gab es in diesem Jahr bereits mehr als 160 Sabotageverdachtsfälle. Zudem wurden mehr als 740 verdächtige Drohnensichtungen gezählt. Das geht aus einem internen BKA-Lagebild hervor,