Das Ziel: eine europäische Modellregion als Net Zero Valley

Im Juni 2026 kam es zum großen Zusammenschluss: 16 Wirtschaftsförderungen, Kammern und weitere Institutionen des Landes Schleswig Holstein wollen gemeinsam die erstrebte Anerkennung erreichen. Denn die EU hat mit ihrem Net Zero Industry Act (NZIA) eine Grundlage für die Förderung von Regionen, die klimaneutral werden wollen, geschaffen.

Und offenbar arbeitet die Region still und leise daran, weiter Kompetenz anzuhäufen. So wird Heide, der vor Jahren schon vorgesehene Standort für eine „Gigafactory“, die mit angepeilten 3000 Arbeitskräften Batterien für Elektroautos produzieren sollte, inzwischen zu einem Stromdrehkreuz ausgebaut. Der sog. HeideHub soll Windstrom ins Netz einspeisen. Dieser soll nicht nur Strom in der Region verteilen, sondern auch den Transport in die Teile Deutschlands ermöglichen, die besonders viel brauchen. Auch ein Riesen-Stromspeicher ist dort entstanden.

Darüber hinaus baut die 20.000 Einwohner-Kommune Heide auch ein Wärme-Verteilzentrum. Sie will die Haushalte mit der Abwärme der künftigen Batteriefirma (Northvolt) verbinden. Und nicht zuletzt soll Heide an das Wasserstoff-Kernnetz, das von Lingen aus entsteht, angeschlossen werden. Damit kann die Region eine hervorragende Energie-Infrastruktur vorweisen.

Ziel des landesweiten Zusammenschlusses ist es, die Stärken des Landes gezielt sichtbar zu machen und die Voraussetzungen für nachhaltiges industrielles Wachstum weiter auszubauen. Zu seinen hervorragenden Rahmenbedingungen gehören aus eigener Sicht: eine starke Energiebranche, hohe Kompetenz bei erneuerbaren Energien, moderne Infrastruktur und leistungsfähige Unternehmen entlang zentraler Wertschöpfungsketten. Der gemeinsame Anspruch des Zusammenschlusses ist es: den Wandel hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft koordiniert, praxisnah und über regionale Grenzen hinweg voranzutreiben – mit Hilfe einer Förderung durch den europäischen NZIA.

Die Geschichte Northvolt

Und was ist mittlerweile über Northvolt zu hören? Die entsprechenden Gremien halten sich bedeckt – verständlich nach der ursprünglichen Euphorie und dem später folgenden vorläufigen Ende. So viel jedoch ist „rauszuhören“: Das US-Unternehmen Lyten, das den Standort übernehmen und dort Batterien fertigen will, ließ verlauten, dass es dort auch ein Rechenzentrum bauen will. Und  kürzlich unterzeichneten der Investor, Northvolt und die KfW (!) eine entsprechende Absichtserklärung. Die KfW hat zu Anfang immerhin 600 Millionen Fördergelder bereit gestellt, um deren Rückzahlung es in den vergangenen Jahren bereits einige Auseinandersetzungen gegeben hatte. So hatte die jetzige Bundes-Wirtschaftsministerin R. (CDU) kaum im Amt,  dem damaligen Wirtschaftsminister Habeck (Grüne) vorgeworfen, leichtfertig Steuergelder verschleudert zu haben. Warum kann es in Deutschland nicht so wie in unseren nördlichen Nachbarstaaten Kontinuität in entscheidenden Zukunftsprojekten geben. Der Transformation unserer Wirtschaft und damit auch dem Wachstum würde es gut tun.

Zusammenfassend ist zu bedenken, dass es sich bei Schleswig-Holstein um eine Land handelt, das seit 2017 einen CDU-Ministerpräsidenten -Daniel Günther- hat. Während er in der ersten Wahlperiode eine Dreierkoalition: schwarz/gelb/grün leitete, regiert er in der zweiten Periode -geräuschlos- zusammen mit den Grünen. Bei der Gründung für Northvolt stand er zusammen mit dem damaligen Bundes-Wirtschaftsminister Robert Habeck in erster Reihe. Es ist also davon auszugehen, dass Günther die Transformation zur klimaneutralen Industrie selbst aktiv mit vorantreibt. Deshalb dürfen wir annehmen, dass das nördlichste Bundesland unserer Republik tatsächlich bald eine Modellregion bzw. ein Vorzeigeland sein wird.