Earth overshoot day in zwei Jahren um einen Monat vorgerückt

Der Erdüberlastungstag rückt unaufhaltsam vor. 2024 war er am 5. Juni. Nun, 2026 ist er schon am 10. Mai erreicht. Es ist leider so, dass wir in den Industrieländern – wie wir allgemein wissen sollten – besonders viel dazu beitragen, dass dieser Tag immer früher im Jahr erreicht ist. Das Beängstigende: an dem Tag haben wir alle Ressourcen verbraucht, die die Erde uns immer wieder jährlich neu zur Verfügung stellt.

Gibt es denn gar nichts, was wir selbst tun können, um diesen Wettlauf gegen die Zeit zu verändern?

EU-Maßnahmen zur Einschränkung des Ressourcen-Verbrauchs 

Die EU bemüht sich z.B. stark darum, die Kreislaufwirtschaft in Schwung zu bringen und auch die Lieferketten-Richtlinie. Zwar gelten Richtlinien immer erst nach zwei Jahren in den einzelnen Staaten, aber ein Teil dieser Gesetze sind auch Verordnungen, die sofort gelten. So besteht Hoffnung, dass ab 2026 z.B. sehr viel mehr Recyclingprodukte auf den Markt kommen und dadurch viel mehr Abfall vermieden wird als bisher.

Allerdings sind wir alle auch persönlich gefordert. Der Staat allein kann die gewaltigen Transformationsaufgaben zu einer klimaschonenden Wirtschaft und solchen Verhaltensweisen nicht stemmen.

Und wir? Was wir selbst tun können

Einen Riesenmarkt und zwar einen Verschwendungs-Markt stellt derzeit z.B. die Modeindustrie dar. Modeaffine Menschen, gerade Jugendliche sind seit einiger Zeit dazu übergegangen, jedes Jahr „den neuesten Schrei“ zu präsentieren, oft sogar mehrfach im Jahr. Ein Trend, den chinesische Großhändler wie Temu und Shein mit ihren Billigangeboten und mit Kleidung, die z.T. keine Wäsche übersteht, antreiben. So findet man vor entsprechenden Vertriebshäusern inzwischen die gerade „überholten“ Klamotten in den Papierkörben vor den Läden. Weniger „Mode-Wechsel“ z.B. bietet also ein großes Potential für die Einsparung von CO²-Emissionen und Ressourcen durch Käufer-Innen.

Auch andere Produkte können wir dank der neuen Gesetze nun länger nutzen, z.B. indem wir sie inzwischen – wie in guten alten Zeiten – wieder reparieren lassen können.

Auch Flohmärkte und Secondhand-Läden können dazu beitragen, private Kreislaufwirtschaft zu praktizieren. Noch dazu bilden sie ein Event, bei dem wir z.B. mit Nachbarn – wenn er im Viertel oder Dorf stattfindet oder aber mit anderen Suchenden und Verkaufenden –  in Gespräche kommen. Gleichzeitig ist das – im Carrée stattfindend – auch eine Veranstaltung gegen Einsamkeit und Verdruss.

Es kommt darauf an, dass wir alle uns engagieren dafür, dass das Vorrücken des Erdüberlastungstags möglichst schnell verlangsamt und dann zumindest gestoppt oder sogar umgekehrt wird.